Cappuccino
Die italienische Kaffeespezialität Cappuccino hat mittlerweile ihren Platz auf der Getränkekarte jedes guten Cafés. Schließlich gehört der Cappuccino seit einigen Jahren zu den beliebtesten Milchkaffeegetränken. 15,8% der Deutschen geben an, mindestens einmal in der Woche einen dieser speziellen Milchkaffees zu trinken. Der italienische Klassiker besteht in etwa gleichem Mischungsverhältnis aus aufgeschäumter, heißer Milch und einem “espresso lungo”, also einem mit der doppelten Menge Wasser als üblich “verlängerten” Espresso. Je weiter man sich von Italien entfernt, desto öfter findet man die Variation, die in Italien auch “capuccino con panna” genannt wird: In Mittel- und Norddeutschland wird der handelsübliche Cappuccino häufig mit aufgeschäumter Schlagsahne anstatt mit Milch serviert.

Sein typisches Aussehen mit weiß-brauner Milchschaumhaube erlangt der Cappuccino durch zügiges Eingießen des noch halbflüssigen Milchschaums. So verbinden sich Crema und Milch und es kommt zur charakteristischen Färbung. Ein professioneller Barista ist zudem in Lage durch geschicktes Eingießen des Milchschaumes auf der Cappuccino-Oberfläche wahre Kunstwerke aus weißem und crema-braunem Milchschaum zu zaubern. Die Art der Kaffeebohne, die Geschwindigkeit des Milchzulaufs, Temperatur und Konsistenz spielen eine wichtige Rolle, damit solche sogenannte “Latte Art” gelingt. Dem Laien helfen Schablonen, mit denen man mit Hilfe von Kakao die Crema-Herzen und -Blumen nachahmen kann.

Wenngleich hier von einem italienischen Klassiker die Rede ist, kommt der Cappuccino ursprünglich aus Österreich. Das Wort Cappuccino ist abgeleitet von “Kapuziner”, einer Bezeichnung für einen Mokka mit flüssiger Schlagsahne. Es wird davon ausgegangen, dass es österreichische Soldaten waren, die den Kapuziner ins benachbarte Italien importierten. Dort stationiert wollten sie nicht auf das Stückchen Heimat und Wiener Kaffeekultur verzichten. Die Soldaten kehrten Heim, was blieb war das kleine Stückchen Wien, aus dem sich über die Jahre der Cappuccino entwickelte, der dann von Italien aus die Welt eroberte.